Purer Genuss
Vegan Backen zu Weihnachten

Vegan Backen zu Weihnachten

Lecker ganz ohne Butter & Co.

Duftet es in eurer Küche schon nach Plätzchen? Oder wisst ihr noch nicht so recht, wie und was ihr jetzt in der Adventszeit vegan backen könnt? Dann startet mit uns eure vegane Weihnachtsbäckerei. Vegan backen ist total einfach und lecker – und vegane Plätzchen backen kann jeder. Wir verraten euch, wie vegan backen gelingt, welche Zutaten ihr statt Eiern, Milch und Butter verwenden könnt und auch, warum wir zur Weihnachtszeit Plätzchen backen.

Traditionelle Plätzchen mal vegan

Wer seine vegane Weihnachtbäckerei eröffnet, kann das auch mit Omas überlieferten Rezepten tun. Denn viele traditionelle Backrezepte lassen sich ganz einfach „veganisieren“, indem man tierische Zutaten durch pflanzliche ersetzt.

Bei Butter liegt das auf der Hand: Viele verwenden stattdessen sowieso Margarine – damit gelingt selbst Mürbeteig. Kokosfett bzw. Kokosöl kann man ebenfalls anstelle von Butter verwenden. Als Zutat in Backrezepten schmeckt es vergleichsweise neutral und sorgt allenfalls für ein leichtes exotisches Aroma. Wer auf das feine Kokosaroma verzichten möchte, kann desodoriertes Kokosöl verwenden. Diesem Öl wurde der Kokosgeschmack entzogen, so dass es neutral schmeckt. Da Kokosfett so gut wie kein Wasser enthält, braucht man davon weniger. Als Faustregel kann man sich merken, dass 100 Gramm Butter etwa 60 Gramm Kokosfett plus drei Esslöffeln Wasser entsprechen.

Milch durch einen Pflanzendrink zu ersetzen, ist überhaupt kein Problem und manchmal sorgen diese veganen Milch-Alternativen für ein neues, leckeres Aroma. Eier kann man bei vielen Backrezepten schlichtweg weglassen, z. B. bei Buttergebäck oder Vanillekipferln – das merkt bestimmt niemand, probiert es mal aus. Besonders lecker und gewissermaßen von Natur aus vegan sind unsere Schoko-Vanille-Sterne.

Aquafaba – die vegane Variante von Eischnee

Sogar wer Kokosmakronen zu seinen absoluten Favoriten zählt, braucht darauf in seiner veganen Weihnachtsbäckerei nicht zu verzichten: mit Marzipanrohmasse oder Aquafaba gelingen auch die. Aquafaba kennt ihr noch nicht? Es ist eine Bezeichnung für die Kochflüssigkeit oder das Einweichwasser von Kichererbsen. Dieses Wasser wird zusammen mit einigen anderen Zutaten wie Weinsteinbackpulver und Johannnisbrotkernmehl aufgeschlagen, bis die Konsistenz von Eischnee erreicht ist. Dieser vegane „Ei-Schnee“ lässt sich auch prima zu Baiser oder Mousse au Chocolat weiterverarbeiten – oder eben zu Makronen.

Aquafaba – das Rezept

Ca. 150 ml Kichererbsenwasser mit 1 Teelöffel Weinstein-Backpulver und 1 Teelöffel Johannisbrotkernmehl verrühren. Wer mag, fügt noch einen Spritzer Zitronensaft hinzu sowie Puderzucker je nach Geschmack. Das Ganze mit dem Mixer so lange aufschlagen, bis die Masse steif ist und sofort weiterverarbeiten.

Fünf vegane Alternativen für veganen Kuchengenuss

Wer zum Adventskaffee lädt und dafür nicht nur vegane Plätzchen backen möchte, kann natürlich auch einen weihnachtlichen Kuchen, vegane Muffins oder Brownies machen – ganz vegan, versteht sich. Bei Kuchen & Co. kann man aber Eier und einige andere Zutaten meistens nicht einfach weglassen. Aber das macht gar nichts, wir verraten euch hier, wie ihr diese Zutaten ersetzen könnt.

Plätzchen backen – woher kommt’s?

Warum wir vor allem zur Weihnachtszeit Plätzchen backen? Dazu gibt es eine Reihe von Theorien. Manche Forscher vermuten, dass der Ursprung der Backtradition im Mittelalter liegt. Damals wurde in den reichen Klöstern der Geburt Christi gedacht, indem aufwendige Backwaren hergestellt wurden. Weil Zucker und Gewürze sehr teuer waren, verteilte man das edle Gebäck um Weihnachten und Neujahr auch unter den Armen.

Eine andere Theorie reicht zurück bis vor Christi Geburt. Die Kelten feierten die Wintersonnenwende, also die längste Nacht des Jahres vom 21. auf 22. Dezember. Sie glaubten damals, dass in dieser Zeit Geister die Häuser heimsuchten. Um ihre eigenen Tiere zu schützen, wurden Tiere aus Teig geopfert. Deshalb gibt es auch heute noch Plätzchen in Tierform.

Etwa ab 1850 wurden Plätzchen dann in den Haushalten „normaler“ Familien gebacken und sind seitdem eine feste Tradition in der Adventszeit. Richtig beliebt wurden Plätzchen, als im 19. Jahrhundert die Teekultur der Briten auf den Kontinent schwappte. Vor allem Österreicher und Böhmer dachten sich Plätzchen wie Vanillekipferl, Spitzbuben, Spritz- und Buttergebäck aus – und die essen wir heute noch gern, auch oder gerade vegan.

Schon gewusst?
Alternative vegane Zutaten
  • Statt Eiern kann man Bananen oder Apfelmus verwenden. Als Faustregel gilt: ½ Banane bzw. 75 ml Apfelmus ersetzen ein Ei. Da Apfelmus recht flüssig ist, muss eventuell die restliche Flüssigkeit im Backrezept reduziert werden. Und: Dieser fruchtige Eierersatz gibt etwas von seinem Geschmack ab. Wer das nicht mag, greift zu Ei-Ersatzpulver.
  • Statt mit Butter schmecken Kuchen, Muffins und Brownies auch mit Margarine oder – wer’s etwas exotischer mag – mit Kokosfett.
  • Statt Milch kann man aus einer Fülle von pflanzlichen Drinks wählen, ganz nach seinem Gusto.
  • Statt Gelatine nimmt man für Torten Agar-Agar, das aus getrockneten Meeresalgen gewonnen wird. Als Faustregel gilt hier: Sechs Blatt Gelatine können durch ¾ TL Agar-Agar ersetzt werden.
  • Statt Honig kann man Agavendicksaft verwenden oder auch Zuckerrübensirup.
Weiterführende Rezepte