Purer Genuss
Heimische Superfoods

Heimische Superfoods

Warum denn in die Ferne schweifen?

Bestimmt hat jeder von uns schon mal mindestens eins der derzeit so gehypten Superfoods gegessen – ob Goji- oder Acai-Beere, Chiasamen oder Quinoa. Und bestimmt hat sich jeder von uns dabei so richtig gut gefühlt, schließlich sollen diese Lebensmittel ganz besonders wertvoll sein. Aber müssen diese Superfoods unbedingt von so weit herkommen? GIbt es nicht auch welche hier bei uns?

Tatsächlich wachsen direkt vor unserer Haustür eine ganze Menge herrlicher heimischer Superfoods, die ebenso wertvoll sind wie ihre exotischen „Kollegen“, deren Namen aber nicht so klangvoll sind. Vor allem aber kennen wir die meisten dieser heimischen Superfoods von Kindesbeinen an. Für eine ausgewogenen und vitaminreiche Ernährung sind Heidelbeere & Co. ebenso gut geeignet wie die weit gereisten Superfoods, die dazu noch ziemlich teuer verkauft werden.

Auch super und von hier: Regionale Superfoods

  • Leinsamen sind zum Beispiel eine ganz hervorragende Alternative zu Chiasamen. Sie liefern Ballaststoffe, Eiweiß, Omega-3-Fettsäuren und Kalzium. Geschrotet haben die kleinen glänzenden Samen eine ähnlich quellende Wirkung wie Chiasamen und eignen sich damit beispielsweise ausgezeichnet für einen veganen Pudding.
  • Eine wunderbare regionale Alternative zu Superfoods wie Goji-Beeren sind einheimische Brombeeren und Schwarze Johannisbeeren, die mit ihrem dunkelroten Farbstoff sogar Viren, Pilze und Bakterien in Schach halten können. Sie stecken außerdem voller Vitamin C und E sowie Mineralstoffen und tragen damit zu einer gesunden Ernährung bei.
  • Heidelbeeren, Sauerkirschen und Rotkohl haben eine Gemeinsamkeit, die sie zur perfekten Alternative für Acai-Beeren machen: ihren hohen Anteil an Anthocyanen. Anthocyane wirken antioxidativ und können den Alterungsprozess der Zellen verlangsamen. Als regionale Superfoods können wir Heidelbeeren & Co. zudem quasi frisch geerntet als natürliche Lebensmittel kaufen und genießen. Brasilianische Acai-Beeren hingegen kommen in Deutschland meist nur getrocknet, als Pulver oder als Saft in den Handel.
  • Anstelle von Quinoa, dem sogenannten Inka-Reis, kann man Hirse verwenden. Hirse hat einen ähnlich hohen Anteil an pflanzlichem Eiweiß. Ihr geringer Anteil an Magnesium und Eisen lässt sich bestens mit Gemüse ausgleichen, ganz klassisch zum Beispiel mit Spinat.
  • Weizengras kommt meist als Pulver in den Handel. Es soll dem Körper Vitamine, Mineralstoffe und Enzyme zuführen. Weizengras enthält zudem Chlorophyll, das die Darmflora positiv beeinflusst, unseren Körper entgiftet und den Sauerstofftransport im Blut unterstützt. Dieser Pflanzenfarbstoff kommt allerdings ebenfalls in natürlichen Lebensmitteln vor, nämlich in leuchtend grünen Gemüsesorten wie Spinat und Brokkoli, Grünkohl und Feldsalat. Für Veganer ist Weizengras aber trotzdem interessant, weil es Vitamin B12 enthält. Weizengras kann damit ein wenig zur Versorgung mit diesem lebenswichtigen Vitamin beitragen.

Für eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung brauchen wir also gar nicht unbedingt irgendein exotisches Superfood – Frühstück & Co. kann auch mit heimischem Superfood lecker und bekömmlich sein. Wie wäre es zum Beispiel mal mit Haferflocken samt etwas Leinsamen und Sonnenblumenkernen, ergänzt mit ein paar gehobelten Walnüssen und dekoriert mit Heidelbeeren und Himbeeren? Klingt das nicht nach einem perfekten Müsli-Mix? Und das alles mit heimischen Superfoods – besser geht’s doch kaum…

Schon gewusst?
Was sind Superfoods?

Superfood ist eigentlich ein Marketingwort, eine offizielle fachliche oder gar rechtlich bindende Definition dafür gibt es nicht. Damit gemeint sind Lebensmittel, die gesundheitsfördernde Eigenschaften haben sollen oder die das Wohlbefinden verbessern sollen – allen voran Obst- und Gemüsesorten, die viele Vitamine und Nährstoffe enthalten. Für diese gesundheitsfördernden Eigenschaften fehlen allerdings weitgehend wissenschaftliche Nachweise. Laut Health-Claims-Verordnung der Europäischen Union ist es verboten, den Verzehr von Produkten mit gesundheitsfördernden Effekten in Verbindung bringen, solange eine Wirksamkeit nicht durch ein strenges Zulassungsverfahren bestätigt wurde.

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