Purer Genuss
Essen zu Silvester

Essen zu Silvester

Traditionell und doch anders

Mit dem 31. Dezember, dem letzten Tag eines Jahres nach gregorianischem Kalender, endet für viele Menschen ein Abschnitt ihres Lebens und ein neuer beginnt. Ein festlicher Anlass zum gemeinsamen Feiern, Essen und Trinken. So haben etwa Fondue und Raclette zu Silvester Tradition, und die lässt sich auch locker zeitgemäß interpretieren.

Nicht nur in Deutschland, auch in vielen anderen Ländern ist Raclette am letzten Tag des Jahres ein Muss. Praktisch, einfach und gesellig – das spricht für Raclette am Silvesterabend, besonders wenn man selbst Gastgeber ist, viele Gäste zu Besuch kommen und ein Silvestermenü zu aufwendig wäre.

Jeder wie er mag

Beim Raclette kann jeder sein Pfännchen nach Geschmack und ganz ohne Rezept mit Gemüse, Pilzen, Nüssen und Obst befüllen und überbacken. Wer’s dabei rein pflanzlich halten möchte, greift einfach zu einer leckeren Käsealternative. Kartoffel und Baguette sind je nach Geschmack als Beilagen ideal. Und: Sauer Eingelegtes gehört zum Raclette unbedingt mit dazu. Besonders zu empfehlen sind scharfe Jalapeños, saure Gurken, Oliven, kleine Maiskölbchen und Silberzwiebeln. Vegane Dips und Soßen kann man entweder selbst machen oder fertig kaufen. Feurig-süßes Mango-Chutney, würzige Guacamole und Hummus aus Kichererbsen eignen sich hervorragend als „Geschmacksverstärker“.

Auch Fondue hat an Silvester jeder bestimmt schon einmal gemacht. Der Ursprung des Wortes ist französisch – Fondue bedeutet „geschmolzen“. Ein typisches Silvesteressen ist Käsefondue, denn hier werden Brot, Gemüse und Co. in geschmolzenen Käse getaucht – und das geht natürlich ebenfalls vegan. Auch als süße Variante oder Nachtisch ein Genuss: flüssige, leicht bittere Schokolade, in die frische Obststückchen getaucht werden.

Wer hat’s erfunden?

Raclette stammt aus dem Schweizer Kanton Wallis und bestand ursprünglich aus zwei Zutaten: Käse und Kartoffeln. Der Käselaib wurde einfach so nah ans Feuer gelegt, bis die Hitze die Oberfläche angeschmolzen hatte und man sie nun – leicht flüssig – über den Kartoffeln abstreifen (racler heißt schaben) konnte. Übrigens: Raclette wurde eigentlich im Sommer gegessen, weil der beste Käse zur Sommerzeit verfügbar war.

Bis alle satt sind, dauert es bei Raclette und Fondue seine Zeit – perfekt, denn die Silvesternacht ist lang. Nach dem Essen vertreibt man sich am besten die Zeit mit fantasievollen Spielen wie dem traditionellen Bleigießen. Das flüssige Metall erstarrt in kaltem Wasser und aus den Figuren lassen sich Vorhersagen fürs kommende Neue Jahr treffen.

Noch besser: Man wandelt das Bleigießen einfach zum Wachsgießen. Dafür ausreichend Kerzen anzünden, damit jeder genügend flüssiges Wachs hat und es dann mit einem Löffel in einer Schüssel mit kaltem Wasser erkalten lassen kann. Alternativ: Wachs im Bastelladen kaufen und verflüssigen. Das schadet weder der Gesundheit noch der Umwelt und macht genauso viel Spaß. Ein ebenso guter Ersatz: Zinn. Das Metall ist ungiftig und schmilzt schneller als Blei.

Und wenn dann alle nach Feuerwerk, Prosit-Runden und Glückwünschen fürs neue Jahr wieder Lust haben: Wie wäre es mit einem leckeren veganen Mitternachtssüppchen wie Pizzasuppe oder Chili sin Carne Eintopf?

Schon gewusst?
Wer war nochmal Silvester?

Seinen Namen, Silvester, hat das beliebte Jahresendfest erst seit dem 16. Jahrhundert: Im Jahr 1582 wurde der letzte Tag des Jahres von Heiligabend auf den 31. Dezember verlegt, den Todestag von Papst Silvester I., dem heilende Kräfte nachgesagt wurden. Papst Silvester verstarb im Jahr 335 an einem 31. Dezember und wird seitdem als Heiliger verehrt. Doch das Ende eines jeden Jahres feiern die Menschen schon seit Jahrtausenden. In vorchristlicher Zeit gab es etwa bei den Römern sogenannte Feuerfeste. Auch die alten Germanen ließen es in der Nacht zum ersten Januar krachen, aber nicht, um das neue Jahr zu begrüßen, sondern weil sie sich vor bösen Geistern fürchteten. Um sie zu vertreiben, machten sie Lärm und zündeten Holzräder an – aus diesem Brauch wurde das heutige Silvesterfeuerwerk.

Weiterführende Rezepte